Hygienemanagement in der Tierarztpraxis .gif)
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Das Wort Hygiene stammt aus dem Griechischen und umfasst alle vorbeugenden Maßnahmen für die Gesunderhaltung von MENSCH und TIER.
Die Anwendung und Kontrolle dieser Vorbeugemaßnahmen (Hygienekonzept) sind in der Humanmedizin längst zwingender Standard. Und warum sollte das nicht auch für die Veterinärmedizin gelten? Selbst die Tierbesitzer fordern vom Tierarzt für ihre Schützlinge immer höhere Standards, um vor der Übertragung schwerwiegender nosokomialer Infektionen zu schützen.
Mit diesem kurzen Artikel will das LABOKLIN-Team Ihnen Neues auf dem Hygienesektor anbieten.
Hygienekonzept
Die Forderung nach einem schriftlich niedergelegten Konzept zur Reinigung, Desinfektion und Sterilisation von Flächen, Instrumenten und Händen ist in der berufgenossenschaftlichen Unfall-Verhütungsvorschrift niedergelegt. Zu einem modernen Hygienekonzept gehören Maßnahmen bezüglich Schutzkleidung, Haartracht und Schmuck, Hautschutzplan, Reinigung und Desinfektion, Unfall-Management, Biostoffverordnung, mikrobiologische Kontrollen und die Gefahrstoffverordnung.
Einige Anmerkungen zu Reinigung und Desinfektion
Reinigung und Desinfektion (Hygieneplan) wird grundsätzlich bei mehrfach verwendbaren Gegenständen (z.B. Phonendoskop, Endoskop, chirurgische Instrumente) gefordert und angewendet. Dabei ist festzulegen, mit welchem Präparat desinfiziert und welches Sterilisationsverfahren angewendet werden soll. Auch die Desinfektion von Flächen (Wann? Wie oft? Reicht die Reinigung aus?) muss festgelegt sein. Bei der Sterilisation muss die Wirksamkeit des Verfahrens kontrolliert werden, indem alle sechs Monate der Sterilisator und/oder Autoklav mit so genannten Bioindikatoren getestet wird. Dabei handelt es sich um Teststreifen, die mit bestimmten Sporenbildnern beschichtet sind und dem zu sterilisierenden Gut beigefügt werden. Die Auswertung erfolgt danach im Labor von LABOKLIN. Sind diese Sporen alle abgetötet, kann man davon ausgehen, dass das Sterilisationsverfahren einwandfrei funktioniert.
Sterilisationsprüfung bei LABOKLIN
Im Verlauf eines Jahres wurden bei LABOKLIN Sterilisationsprüfungen von 151 Geräten (Heißluftsterilisator, Dampfautoklav) durchgeführt. Nur bei etwa 40% dieser Geräte ergab der mikrobiologische Befund keine Hinweise auf eine unzureichende Funktionsleistung. Bei ca. 10% erbrachte der mikrobiologische Befund eine unzureichende oder nicht eindeutige Funktion des getesteten Gerätes.
Bedauerlicherweise wurden knapp 50% der von uns versandten Sporenstreifen von den Tierarztpraxen nicht angewendet und an uns zurückgeschickt. Das ist ein für uns nicht zufriedenstellendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass bei 10% der Geräte das zu sterilisierende Gut (Instrumente, Wäsche) nicht als steril angesehen werden kann. Hier liegt eine große Quelle für die Übertragung von Krankheitserregern vor, sowohl von Tier zu Tier, als auch von Tier zu Mensch.
Von unserer Seite ist nur dringend zu empfehlen, die doch einfachen Tests zur Kontrolle der Sterilisationsgeräte zwei- bis dreimal im Jahr durchzuführen. Das dient zum einen der eigenen Sicherheit und zum anderen zur Absicherung der rechtlichen Seite.
Weitere Bausteine des Hygienemonitorings
Noch ein Wort zum Thema routinemäßige Kontrolle von mehrfach verwendbaren Geräten (z.B. Endoskope). Wie in der Humanmedizin werden nun auch in der Tiermedizin Endoskope und Instrumenten-waschmaschinen gebraucht. Die regelmäßige Überprüfung der Des-infektionsleistung zur Erkennung von Bedienungsfehlern oder technischen Mängeln dieser Geräte sollte halbjährlich mittels quantitativer und qualitativer mikrobiologische Methoden durchgeführt werden. LABOKLIN bietet diese Möglichkeit nun auch für die Tierarztpraxis an.
Zur Überprüfung der Endoskope werden folgende Dinge benötigt:
- Eine Abklatschkultur vom Außenmantel
- Ein Abstrich von der Nische hinter dem Albarranhebel
- Eine quantitative Untersuchung der Spülflüssigkeit der Flexiskopkanälen
- Überprüfung der mikrobiologischen Qualität des Wassers der Endoskopwaschmaschine.
Die Überprüfung der Desinfektionsleistung von Instrumentenwaschmaschinen erfolgt mittels definierter Prüfkörper, welche mit Blut u./o. Gries und Enterococcus faecium kontaminiert sind. Diese Prüfkörper werden in der Instrumentenwaschmaschine bei üblicher Programmwahl mitgewaschen und anschließend im Labor untersucht.