Futtermittelallergie beim Pferd   Futtermittelallergie beim Pferd  PDF ( KB)



Eine Futtermittelallergie ist eine nicht-saisonale, meist juckende Hauterkrankung, welche durch die Aufnahme von Allergenen aus der Ernährung des Pferdes verursacht wird (Proteine, Kohlenhydrate, Konservierungsmittel oder Antioxidantien). Auch aus der Pferdepraxis liegen seit langem zahlreiche Beobachtungen vor, dass allergische Reaktionen auf Futterbestandteile zu Hauterkrankungen führen können. Die Erkrankung führt zu erheblichen Beschwerden im Sinne von Juckreiz, Hautveränderungen und Sekundärinfektionen.

klinischen Symptome

Die klinischen Symptome der Futtermittelallergie beim Pferd sind sehr variabel, und unterscheiden sich in ihrer Ausprägungsform häufig nicht von anderen Allergietypen oder juckenden Hauterkrankungen:

- Juckreiz: generalisiert oder mit speziellem Verteilungsmuster (z.B. nur an Kopf, Extremitäten, Kruppe, Schweifrübe oder perianal). Der Pruritus, welcher in vielen Fällen von Sekundärinfektionen begleitet wird, kann mild oder heftig sein.

- Gastrointestinale Symptome

- Urticaria (mit oder ohne Juckreiz). Achtung: Die Entwicklung von Urticaria ist keine Erkrankung per se, sondern nur ein Reaktionsmuster, welches eine Vielzahl an zugrundeliegenden Ursachen besitzen kann. Häufig sind jedoch Futterbestandteile mögliche Auslöser! (Abb. 1)

Diagnosestellung

Der klassische Weg zur Diagnosestellung einer Futtermittelhypersensitivität liegt in der Durchführung einer bis zu zwölfwöchigen Eliminationsdiät mit anschließender Provokation. Die Eliminationsdiät wird im Idealfall nur mit Heu- oder Grasfütterung durchgeführt. Falls unbedingt ein Kraftfutter benötigt wird (z.B.: intensives Training, Turnier- oder Sportpferd), sollte man sich für nur eine Getreideart entscheiden. Es ist sinnvoll, die Diät je nach Anamnese für jeden Patienten individuell zusammenzustellen, wobei nur solche Inhaltsstoffe verwendet werden sollen, welche vorher noch nicht gefüttert wurden. Ein serologischer Futtermittelallergietest, durch welchen sich Antikörper (IgE und IgG) auf verschiedene Futterbestandteile nachweisen lassen, bietet eine Hilfestellung, um die entsprechende Diätauswahl zu treffen. Es empfiehlt sich, nur eine Getreidesorte zu wählen, welche bei beiden Antikörperklassen im Test negative Reaktionen geliefert hat (Abb 2). Wichtig dabei ist, dass diese Diät hundertprozentig strikt eingehalten wird, denn auch nur das kleinste Stückchen eines anderen Futters (z.B.: von einem anderen Pferd, auf der Koppel, von Besuchern, Leckerli, etc. …) machen die Eliminationsdiät zunichte. Sehr häufig wird bereits durch Aufhören der Verabreichung von Leckerli und Futterzusatzstoffen eine Linderung der Symptome erreicht! Danach wird mit dem ursprünglichen Futter provoziert, ein Wiederauftreten der Symptome beweist die Futtermittelallergie.

- strikte Fütterung mit Heu/Gras und nur einer Getreidesorte (falls Kraftfutter überhaupt notwendig ist)

- mindestens zwei bis drei Monate

- keine Leckerli, Müsli, etc.

- keine flavorisierten Medikamente!

Therapie

Die Therapie der Futtermittelallergie liegt einzig und allein in einer konsequenten Allergenvermeidung. Futtermittelallergische Tiere werden nie wieder in ihrem Leben handelsübliche kommerzielle Leckerli oder Müslimischungen mit vielen unterschiedlichen Inhaltstoffen vertragen. Wie auch bei Mensch oder Kleintier bekannt, kann ein Pferd mit Futtermittelallergie ein beschwerdefreies Leben führen, sofern die auslösenden Futterbestandteile gezielt vermieden und nicht mehr verabreicht werden.

Literatur

Yu, AA, Rosychuk, RA (2013): Veterinary Clinics of North America: Equine Practice Volume 29, Issue 3, Pages 541-716, Equine Dermatology

Abb.1

Abb.1

Abb. 1: Der Quaddelausschlag beim Pferd kann mannigfaltige Ursachen haben und auch durch ein Allergen im Futter ausgelöst werden.

Abb.2

Abb.2

Abb. 2: Häufig positiv getestete Allergene in einem serologischen Futtermittelallergietest. Das Ergebnis eines Blutallergietests wird dazu herangezogen, um die Eliminationsdiät für ein Pferd gezielt zusammen zustellen. Falls Kraftfutter unbedingt notwendig sein sollte, wählt man eine Getreidesorte, welche im Test in beiden Antikörperklassen ein negatives Ergebnis geliefert hat.  















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