Allergie - Futtermitteltest (Sensitest)
Allgemeines
Seit einigen Jahren führen wir den von Prof. Halliwell entwickelten serologischen Futtermittelallergietest (Sensi-Test) zum Nachweis allergen-spezifischer Antikörper (IgE und IgG) durch, mit dem Ziel, durch eine gezielte Futterumstellung die klinischen Symptomatik zu verbessern und die Compliance des Tierbesitzers zu erhöhen.
Umso mehr freut es uns, dass bei der Innlab Tagung 2011 von Prof. Dr. Ralf Müller eine Studie der Universitätskleintierklinik in München vorgestellt wurde, die zeigte, dass der negative Vorhersagewert dieses Tests bei Berücksichtigung beider Antikörper (IgE und IgG) bei 81,1% liegt. Dies bestätigt, dass die futtermittelspezifischen Antikörper aufgrund ihres hohen negativen Vorhersagewertes wertvoll für die Auswahl der Komponenten der Eliminationsdiät sind.
Wann ist an eine Futtermittelallergie zu denken?
Die Symptomatik einer Futtermittelallergie ist in der Regel wenig spezifisch und kann einer Vielzahl anderer Erkrankungen sehr ähneln.
Die dermatologischen Symptome variieren beim Hund von generalisiertem Juckreiz bis hin zu lokalisiertem Juckreiz ohne bestimmte Prädilektionsstellen. Hier anzuführen ist, dass ca. 25% der Hunde z.B. nur eine Otitis externa zeigen. Genauso können aber auch die Kruppe oder der Pfotenbereich betroffen sein. Die Allergien des Gastrointestinaltraktes ähneln klinisch oft chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Vomitus, Diarrhoe (oft nicht so schwerwiegend, dass überhaupt der Tierarzt deswegen konsultiert wird) und häufiger Kotabsatz werden berichtet. Es kann jedoch auch meist eine Kombination der beiden Symptomenkomplexe vorliegen.
Der bei LABOKLIN durchgeführte Futtermittelallergietest, Sensitest:
Bei diesem Test werden allergen-spezifische Antikörper der Klassen IgE und IgG auf verschiedene Futtermittelbestandteile bestimmt.
|
Futtermittelallergietest (Sensitest) = allgemeines Panel | Erweitertes Panel |
| Katze | Hund | Hund und Katze |
| Rind | Rind | Pferd |
| Lamm | Lamm | Hirsch |
| Huhn | Huhn | Wildschwein |
| Truthahn | Truthahn | Amaranth |
| Ente | Ente | Strauß |
| Soja | Soja | Hase |
| Weizen | Weizen | Rentier |
| Mais | Mais | Hirse |
| Reis | Reis | |
| Ei | Ei | |
| Milch | Milch | |
| Schwein | Schwein | |
| Lachs | Gerste | |
| Thunfisch | Kartoffel | |
| Weißfisch | Hafer | |
| Kartoffel | Fisch | |
Warum werden gleichzeitig nahrungsspezifische IgE- und IgG-Antikörper bestimmt?
Bei der klassischen Allergie (IgE-mediiert; Sofortreaktion) treten die Symptome häufig relativ kurz nach der Futteraufnahme auf, sodass ein direkter Bezug zum Futter hergestellt werden kann. Bei den IgG-mediierten Allergien (Spätreaktion) gestaltet sich die Diagnose wesentlich schwieriger, da sich hier häufig die eigentliche Symptomatik erst nach vielen Tagen präsentiert.
Was ist bei Verdacht auf Futtermittel bedingte Allergie vom Labor zu erwarten?
Die Methode der Wahl zur Diagnose einer Futtermittelunverträglichkeit ist die Eliminationsdiät. Nicht selten sind aber die Umstände der Tierhaltung nicht geeignet, um die Fütterung kontrolliert durchzuführen. In diesen Fällen ist ein serologischer Test eine wünschenswerte Alternative und sogleich Hilfe bei der richtigen, patientengerechten Zusammenstellung der Eliminationsdiät.
Fazit: Bei juckenden Hautproblemen, und gerade auch bei Tieren mit unklarer gastroenterologischer Symptomatik sollte der Futtermittelallergietest in die Diagnostik eingebunden werden. Dies gilt insbesondere, weil eine gezielte Umstellung mit Vermeidung der im Test diskriminierten Inhaltsstoffe beim Tierhalter in der Regel auf größere Akzeptanz stößt, als nur die strikte Fütterung eines einzigen Futtermittels (klassische Eliminationsdiät).
Wie aussagekräftig ist der Test? Die Qualität eines Labortestes wird unter anderem daran gemessen, wie dieser im Vergleich zur als „golden standard“ beschriebenen Methode abschneidet. Für Futtermittelallergien ist als „golden standard“ die Kombination von (1) Therapieerfolg durch Elimination des fraglichen Futtermittels aus dem Futter und (2) Rezidiv bei Provokation (=erneute Fütterung des fraglichen Futtermittels) beschrieben. Wir sehen bei 92% (12 von 13 beschriebenen Fällen) Rezidive nach Provokation mit dem durch den Test identifizierten Allergen. Dieses Ergebnis untermauert den Nutzen des Futtermittelallergietestes als diagnostisches Hilfsmittel bei Verdacht auf Futtermittel bedingten Allergien.
Wie beurteilt der Tierhalter den diagnostischen Einsatz des Futtermittelallergietestes?
1. Faktor Zeit:
Insgesamt wurde der Allergietest zusammen mit der spezifischen Futtermittelumstellung vom Besitzer als einfache und überaus erfolgreiche Lösung angesehen. Testergebnis und Erfolg der darauf basierenden Therapie sind in wenigen Wochen zu erhalten.
2. Faktor Compliance:
Die Fütterung in Form von Elimination der im Test als positiv eingestuften Futtermittel erfordert weniger Disziplin seitens des Tierhalters und kann dadurch gut durchgehalten werden. Sie ist weit einfacher durchzuführen als die stark reduzierte Auswahl an Futtermitteln wie sie bei einer klassischen Eliminationsdiät anzutreffen ist.
3. Faktor Kundenbindung:
Seit einiger Zeit wird von LABOKLIN ein Allergiepass zur Verfügung gestellt, der vom Tierarzt an den Tierhalter abgegeben werden kann. Dieser Pass wird vom Tierhalter als sehr positiv beurteilt. Er stellt eine "Einkaufshilfe" dar, erinnert über einen längeren Zeitraum an die vorliegende Problematik und stützt durch verbesserte Compliance auch den Therapieerfolg, was zusätzlich zur Stärkung der positiven Beziehung zwischen Tierarzt und Tierhalter beiträgt.
Material
S 0,5 ml
Methode
ELISA
Tierart
Hund
Dauer
3 Tage
Anmerkung
- Grundlage für eine gezielte Auswahl geeigneter diätetischer Komponenten