Einsendung von histologischen Hautproben 
  

1. Rechtzeitig im Krankheitsgeschehen Proben nehmen

Bei einem akuten dermatologischen Problem mit einer fundierten klinischen Verdachtsdiagnose ist es durchaus zu rechtfertigen zunächst einen Therapieversuch zu unternehmen, sofern dies ohne größere Risiken möglich erscheint. Bei Infektionsverdacht sollte aber zumindest eine Untersuchung von Geschabseln und zytologischen Präparaten erfolgen. Sollte eine Therapie nicht zufriedenstellend sein oder das Hautproblem schnell rezidivieren, sollte mit der Entnahme von Hautstanzen nicht gewartet werden. Die Chance auf diagnostisch relevante Primärläsionen ist naturgemäß in einem früheren Stadium der Erkrankung besser als bei chronischen Verläufen. 
 

2. Auswahl geeigneter Lokalisationen

Die Auswahl der Lokalisationen sollte sehr sorgfältig nach einer gründlichen klinischen Untersuchung erfolgen. Möglicherweise kommt es dabei schon zu Verdachtsdiagnosen, die dann wieder zur intensiveren Betrachtung von Prädilektionsstellen führen. Sehr gründlich muss nach frischen Primärläsionen gesucht werden. Massive Veränderungen (Krusten, Ulzera) können durchaus sekundär bedingt sein und enthalten möglicherweise keine diagnostisch aussagekräftigen Läsionen. Eine relativ unauffällige, aber ganz frische Veränderung wäre viel günstiger, kann aber auch leichter übersehen werden. Die Anzahl der nötigen Proben festzulegen ist schwierig, als Faustzahl wird oft 6 genannt. Wichtig ist, dass möglichst alle unterschiedlich erscheinenden Veränderungen enthalten sind. Bei großer Erfahrung des Untersuchers und verdächtigen, frischen Primärläsionen können auch weniger Proben zum Erfolg führen. Auch eine unveränderte Lokalisation (am besten vom Rücken) ist zum Vergleich nützlich. Im Hinblick auf die Kosten ist die Probenanzahl egal, es wird nach Fragestellung und nicht nach der Anzahl der Proben berechnet.  
 

3. Entnahmetechnik

 Bei großflächigen Veränderungen, besonders Ulzera oder Knoten können chirurgische Keilbiopsien oder vergleichbar entnommene Proben nötig sein, entweder um noch unveränderte Haut mit zu erfassen oder um eine Stelle gleich ganz zu entfernen. Routinemäßig werden in der dermatologischen Diagnostik kommerziell erhältliche Stanzbiopsien verwandt. Diese sind in den Durchmessern 4, 6, 8 mm erhältlich. Sofern es die Tier- bzw. Lokalisationsgröße irgendwie zulässt, sind Proben ab 6 mm zu bevorzugen. Diese Größe stellt sicher, dass alle Hautschichten und dermalen Strukturen in ausreichender Anzahl und Erhaltung untersuchbar sind.
Von einer Vorbehandlung der Lokalisationen ist unbedingt abzusehen, relevante Strukturen in Krusten, Haaren, Schuppen könnten sonst leicht verlorengehen. Die Infektionsgefahr aufgrund nichtchirurgischen Arbeitens ist gering. Bei starker Behaarung können die Haare vorsichtig mit einer Schere gekürzt werden. Je nach Tier und Lokalisation können die Proben in Vollnarkose oder Lokalanesthesie genommen werden. Die Proben sind während der Entnahme und danach sehr vorsichtig zu behandeln um nicht nachträglich noch Artefakte zu setzen.
 

Vorbericht

Bei Hautfällen ist ein Vorbericht besonders wichtig, da dieser entscheidende Hinweise geben kann, vor allem dann wenn keine Primärläsionen (mehr) vorliegen. Verdächtige Sekundärveränderungen können viel zielgerichteter diskutiert werden, wenn der Vorbericht die Auflistung der klinischen Differenzialdiagnosen enthält. Diese können auch bei wenig spezifischen Befunden diskutiert und gewichtet werden, damit erhält der Einsender eine explizite Bewertung seines Verdachts, die sonst möglicherweise sogar ganz unterbleiben würde falls sie histologisch nicht naheliegend ist. Es sollte unser pathohistologischer Untersuchungsantrag verwandt werden. Dieser lässt Raum für jede Fragestellung, ist aber besonders für Haut- und Tumorerkrankungen konzipiert. Durch das vollständige Ausfüllen lässt sich das versehentliche Weglassen wichtiger Informationen leicht vermeiden. 
 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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