Probenaufbereitung für bestimmte Proben
 

Liquor cerebrospinalis

Der Liquor sollte mit einem Fixans (nach Anleitung des Herstellers) versetzt werden, da die Zellen im Liquor sehr schnell in Lyse gehen. Schon nach einem Zeitraum von 4 Stunden nach der Entnahme ist Liquor für eine sichere zytologische Beurteilung und eine sichere Aussage über die Zellzahl nicht mehr zu gebrauchen. Zusätzlich sollte ein Teil des Liquors für die physikalisch-chemische Analyse gesondert in einem EDTA-Röhrchen eingesandt werden.
  

Knochenmark

Für die Herstellung qualitativ guter Knochenmarkspräparate stellt die weitgehende Voraussetzung eine Vermeidung von Blutbeimengungen dar. Zur Separierung von Markbröckelchen vom Markblut wird das Knochenmarkaspirat vorzugsweise auf ein Uhrglas gegeben. Die Markbröckel können mit einem Kunststoffspatel an den Rand des Uhrglases verbracht werden, während das Markblut zur Mitte des Uhrglases hin abfließt. Anschließend werden die Markbröckel auf einen Objektträger überführt und mittels eines zweiten Objektträgers werden diese durch Auflegen und vorsichtiges Wegziehen in umgekehrter Richtung verteilt. Der Anpressdruck sollte dabei im Wesentlichen auf die Adhäsion der beiden Objektträger beschränkt bleiben. Hierdurch kommen die Markbröckel und die aus ihnen ausgepressten hämatopoetischen Zellen im Zentrum des Präparates zu liegen, während sich das Markblut in der Peripherie befindet. 
 

Lavage aus dem Respirationstrakt

Wichtig für die aussagekräftige Auswertung von Lavagen aus dem Respirationstrakt ist die Anfertigung frischer Ausstriche.

Handelt es sich um eine zähe und schleimhaltige Probe, wie dies zumeist beim Pferd der Fall ist,sollte diese direkt auf einen Objektträger ausgestrichen werden.

Handelt es sich um eine wäßrige, wahrscheinlich zellarme Probe, wirkt es sich sehr positiv aus die Probe zuvor für 4 Minuten bei 800-1000 Umdrehungen/ min zu zentrifugieren.

Der Versand der Spülflüssigkeit sollte vermieden werden, da diese in der Regel stark mit Keimen aus dem Respirationstrakt und teils auch mit Futterbestandteilen kontaminiert ist. Dies führt zu einer starken Zelldegeneration die eine aussagekräftige Zellbeurteilung kaum noch zuläßt. Zudem vermehren sich die Keime während des Transportes in der Probe und können so die Zellen überwuchern oder falsche Befunde suggerieren (z.B. Mykose in der Lavage beim Pferd). Eine mikrobiologische Untersuchung ist aus den gleichen Gründen aus der eingesandten Flüssigkeit nicht sinnvoll und bringt häufig keine für die Therapie des Tieres dienlichen Befunde.
 

Harn

Urin sollte für eine zytologische Untersuchung niemals nativ versandt werden.
Die Anfertigung frischer Präparate aus dem Urinsediment ist anzustreben.
Da im Harn (insbesondere in Spontanharn) zumeist eine hohe Keimzahl vorliegt vermehren sich die Bakterien beim Transport ansonsten in der Probe und führen zu starken Zelldegenerationen oder überwuchern die Zellen. Eine sinnvolle Aussage über den Gehalt an Bakterien ist in solchen Fällen ebenfalls nicht mehr möglich. Zudem führt das pH-Milieu im Harn zu einer schnell einsetzenden Zelldegeneration die eine sichere Aussage im Hinblick auf eine Neoplasie nicht mehr zuläßt.  
 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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