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Einsendung von histologischen Proben zur Tumordiagnostik: |
| | | | | Die möglichen Konsequenzen aus einer Tumordiagnose sind so vielfältig und abhängig vom jeweiligen Fall und den Präferenzen des behandelnden Tierarztes und Besitzers, dass es nicht möglich ist für alle Fälle einheitliche Empfehlungen zu geben. Die Probenentnahme bei einem Tier, bei dem es darum geht eine wahrscheinliche Euthanasieentscheidung diagnostisch abzusichern kann eine völlig andere sein, als bei einem klinisch gesunden Tier mit einem solitären Knoten. Das grundsätzliche Bestreben nach einer vollständigen Entfernung kann aus zahlreichen Gründen nicht möglich, nicht nötig oder nicht sinnvoll sein. | |
| Beispielhafte Gründe für eine nicht vollständige Entfernung | | | | - große Zubildung, bei der die Diagnose noch nicht feststeht (Tumor, kein Tumor, Art des Tumors) - ungünstige Lokalisation - multiple Zubildungen Dass es eine einheitliche Vorgehensweise nicht geben kann, zeigen auch folgende Beispiele: Ein solitärer Mastzelltumor wurde bereits zytologisch diagnostiziert, die Zubildung wird also sehr großzügig entfernt werden. Der gleiche Tumor wird erst nach Entfernung als Mastzelltumor identifiziert, die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass bei einer „normalen“ Entfernung nicht die empfohlenen 3 cm Sicherheitsabstand eingehalten wurden und eine Nachoperation notwendig wird, eventuell auch mit dem Wunsch nach einer Tumorbetthistologie (multiple kleinere Probe aus den Wandflächen des umgebenden Gewebes. In einer ungünstigen Lokalisation wird zunächst nur versucht werden ausreichend Material für eine Diagnose zu gewinnen, je nach Ergebnis ist dann weiter zu verfahren (konservativ, Amputation etc.) | |
| Grundregeln | | | | Auch wenn es aus den genannten und anderen Gründen schwierig ist verbindliche Grundregeln zu formulieren, sollen hier doch einige Hinweise gegeben werden:
1. Auch in ungünstigen Lokalisationen sollten 4 mm Durchmesser nicht unterschritten werden, nicht sinnvoll ist die „fixierte Feinnadelbiopsie“, dann sollte lieber gleich eine zytologische Probe genommen und ausgestrichen werden. 2. Große Gewebeproben sollten nicht in ein zu kleines Gefäß gequetscht werden. Entweder aus der Probe multiple kleine Proben mit 1 cm Kantenlänge entnehmen, oder zumindest die Probe anschneiden um eine Perfusion zu ermöglichen (Mammaleiste). Bei teilfixierten oder unfixierten Materialien ist es unerlässlich, dass die Proben am nächsten Tag zur Verarbeitung gelangen, möglicherweise ist die Autolyse dann noch nicht so fortgeschritten, dass keine Beurteilung mehr möglich ist. 3. Sollten bei sehr großen Zubildungen Teileinsendungen erfolgen, sind genügend Proben aus unterschiedlichen (repräsentativen) Lokalisationen zu entnehmen. Besonders bei Proben mit unklarer Abgrenzung zur Umgebung sind genügend Proben aus dem Bereich des Übergangs zum unveränderten Gewebe einzusenden, um mögliche Invasivität beurteilen zu können. 4. Bei heterogenen Proben entsprechend viele Lokalisationen zu entnehmen. Wenn schon makroskopisch sehr unterschiedliche Bereiche vorliegen, wird das auch mikroskopisch so sein. Die Gefahr dann diagnostisch relevante Bereiche wegzulassen ist groß. Nicht sinnvoll ist weiterhin die Einsendung von Teilstücken an verschiedene Untersuchungsinstitute. Unterschiedliche Ergebnisse sind dann vorprogrammiert. Bei Zweifeln am Ergebnis oder bei dem Wunsch nach einer Zweitmeinung empfiehlt sich der Versand an ein Labor mit der Bitte um Versand von Zweitschnitten. Nur dann kann man sicher sein, dass wirklich die Beurteilung identischer Lokalisationen erfolgt. | |
| Anmerkung zur Beurteilung von Schnitträndern | | | | Viele Chirurgen haben ein sehr gutes Gefühl für die Vollständigkeit der Entfernung, da sie bei der Operation das dreidimensionale makroskopische Bild am Tier vor sich haben. Die histologische Bestätigung bringt dann kaum Mehrinformationen. Wegen der zweidimensionalen Betrachtung eines Gewebeschnittes besteht auch bei mehreren Schnittebenen zudem immer die Gefahr einen Tumorzapfen nicht im Anschnitt zu haben, es kann also eine falsche Sicherheit erzeugt werden. Weiterhin besteht bei einigen Tumoren (Spindelzelltumoren) die Möglichkeit der Mikrosattelitenbildung, d.h. weiterer Primärherde in unmittelbarer Nachbarschaft. In diesem Fall würde dann eine vollständige Entfernung des einen Herdes beschrieben werden und dennoch ein sehr schnelles Rezidiv auftreten. Wir bevorzugen bei der Beschreibung den umgekehrten Weg. Sollten im histologischen Schnitt Tumorzellen bis an den Rand nachweisbar sein, wird dies explizit benannt. Es wird dann also die nicht vollständige (oder wahrscheinlich nicht vollständige) Entfernung diagnostiziert. Diese Aussage ist dann wirklich histologisch abgesichert und zuverlässig. Die histologische Diagnose einer vollständigen Entfernung hingegen ist immer eine Wahrscheinlichkeitsdiagnose. | |
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