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Was Sie über ältere Hunde und Katzen wissen müssen

WAS IST ALTERN?

Altern ist nicht mit einem Wort zu erklären.
Eine Vielzahl von Einflüssen bedingt, dass Lebewesen altern müssen. Altern ist nicht dasselbe wie Krankheit, auch wenn im Alter Krankheiten häufiger auftreten.

Ein Merkmal ist, dass Körperfunktionen in ihrer Leistungsfähigkeit abnehmen und daher eine höhere Anfälligkeit für Erkrankungen besteht. Nicht nur die Empfänglichkeit ist erhöht, sondern auch die Genesung dauert länger.

Wie beim Menschen gibt es bei Tieren
typische Alterserkrankungen, die nicht zu heilen, sondern nur zu lindern sind.

Die Altersbeschwerden für das Tier so erträglich wie möglich zu gestalten sollte das gemeinsame Anliegen von Tierbesitzer und Tierarzt sein.

ALT UND GESUND!
Alter und Krankheit sind also nicht gleichzusetzen. Um den Zustand „alt und gesund" möglichst lange
zu bewahren, sind rechtzeitige Untersuchungen nötig.

Ab wann sind Haustiere „alt"? Als Faustregel lässt sich sagen, dass die sehr kleinen Hunderassen sich etwa so verhalten wie (die ungefähr gleich großen) Katzen. Meist ist erst ab 10 Jahren mit Alters-
beschwerden zu rechnen. Weiter gilt, je größer der Hund, um so schneller altert er. Für Riesenrassen
ist dies oft schon ab dem 6. Lebensjahr der Fall. Die Vorsorgeuntersuchung ist extrem wichtig.
 
Es gilt: „Vorbeugen ist besser (und leichter!) als Heilen." Da viele Veränderungen als „Altersverschleißerscheinungen" nicht zu heilen sind, müssen sie rechtzeitig erkannt werden, um sie zu mildern.



Ähnlich wie für den älteren Menschen werden auch für Tiere regelmäßige Gesundheitskontrollen empfohlen. Nach Absprache mit ihrem Tierarzt sollte mit den Untersuchungen begonnen werden, bevor die individuelle Altersgrenze ihres Tieres voraussichtlich erreicht ist.

Mit der Karte in diesem Prospekt können Sie sich von ihrem Tierarzt an die fällige Routineunter-
suchung erinnern lassen. Zunächst ist meist nur eine gründliche klinische Untersuchung durch den
Tierarzt nötig.

Eventuell werden Blutuntersuchungen erforderlich. So können erste Veränderungen früh erkannt und
wenn nötig genauer abgeklärt werden. Die Untersuchungsergebnisse werden von ihrem Tierarzt
sorgfältig dokumentiert. So liegen gute Vergleichswerte vor, mit denen man in der Zukunft auftretende
Veränderungen besser erkennen und bewerten kann.


DIE UNTERSUCHUNG DES ALTEN TIERES
Falls ihr Tierarzt das Tier nicht von Klein auf kennt, sollten Sie ihn über alle Erkrankungen und
Behandlungen informieren. Falls Sie vorausgegangene Laborwerte besitzen, sollten Sie ihm diese
aushändigen.

Es wird dann eine gründliche allgemeine Untersuchung erfolgen. Urin und Blut können
auf die wichtigsten Werte untersucht werden, ihr Tierarzt kann nach dem Vorbericht und der klinischen
Untersuchung am besten entscheiden, welche Werte bestimmt werden sollten.

Zunächst sind meist einige Leber- und Nierenwerte ausreichend. Falls Veränderungen auftreten, können weitere Untersuchungsmaßnahmen besprochen werden.

AB WANN SIND UNTERSUCHUNGEN SINNVOLL?
Bei kleinen Hunden ab ca. 8 bis 10 Jahren,
bei großen Hunden ab ca. 5 Jahren.
Bei Hauskatzen ab ca. 8 bis 10 Jahren.


 

DIE ERNÄHRUNG DES ALTEN TIERES
Der Verdauungstrakt lässt in seiner Leistungsfähigkeit nach und sollte deshalb unterstützt werden.
Die beiden wichtigsten Grundregeln sind, so oft wie möglich zu füttern (wenn es geht mindestens 3x
täglich) und auf hochwertiges, leicht verdauliches Futter zu achten.

FUTTERMENGE REDUZIEREN
Das mittelalte Tier mit reduziertem Bewegungsdrang benötigt etwa 1/3 weniger Energie als das junge bewegungsfreudige. Zum einen nimmt die Muskelmasse ab und zum anderen bewegt sich das Tier weniger. Übergewicht ist daher oft ein Problem des mittelalten Tieres, wenn die Fütterung unverändert bleibt. Im Alter benötigt das Tier dagegen häufig mehr Futter, da die Verdauungsleistung abnimmt, die Nahrung weniger gut ausgenutzt werden kann.

Untergewicht ist die mögliche Folge. Gewichtsverlust kann aber auch auf eine innere Erkrankung oder Schmerzen hinweisen und sollte daher immer ein Grund sein, eine Kontrolluntersuchung durch den Tierarzt vornehmen zu lassen.

HOCHWERTIGES FUTTER VERWENDEN
Besonders Eiweiße belasten den Stoffwechsel durch ihre Abbauprodukte. Dies ist bei hochwertigen und gut verdaulichen Eiweißen wie zum Beispiel in Ei, Geflügel (Vorsicht, Knochen!) und Fisch nur wenig der Fall. Der zunehmenden Darmträgheit kann man mit Ballaststoffen begegnen, die zum Beispiel in Gemüse, Obst, und Weizenkleie enthalten sind.

MINERALSTOFFE UND VITAMINE
Mineralstoffe werden im Alter nicht vermehrt gebraucht. Der Vitaminbedarf steigt zwar für einige Vitamine an, die heutigen Futtermittel enthalten aber meistens genug, um den Bedarf zu decken.

SPEZIELLE DIÄTEN
Wenn bei den Laboruntersuchungen veränderte Werte festgestellt werden, sind unter Umständen
spezielle Diäten nötig, die Sie über Ihren Tierarzt beziehen können. Mittlerweile sind viele verschiedene Diäten (z.B. Nierendiäten) als Fertigfutter erhältlich.

EIN WORT ZUM SCHLUSS
In Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt können viele Altersbeschwerden durch Laboruntersuchungen
frühzeitig erkannt und gemildert werden. Wenn zum Beispiel die jährlichen Impfungen anstehen, kann
Ihr Tierarzt bei Hund und Katze schon in mittleren Jahren mit Vorsorgeuntersuchungen beginnen.
Ein langes und beschwerdefreies Leben unserer Tiere sollte uns etwas Zeit und Geld wert sein.
Ein Tip zum Schluß: Ein zusätzliches angeschafftes junges Tier ist keine Zurücksetzung des alten. Im Gegenteil, das junge Tier bringt dem alten häufig neue Lebensfreude und Aktivität und hilft den späteren Trennungsschmerz leichter zu überwinden.
 


 

 

 

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