Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) 

 

Bei welchen Erkrankungen ist die spezifische Immuntherapie die geeignetste Therapieform?

Bei der Atopie. Dabei handelt es sich um
eine Allergie auf Gräser, Baumpollen, Hausstaubmilben, Vorratsmilben,
Schimmelpilze, Insekten oder Tierhaare
bzw. Hautschuppen. Tiere, die erblich eine
Veranlagung zu dieser Erkrankung haben,
bilden auf die auslösenden Substanzen
(Allergene) sogenannte Antikörper der
Klasse IgE. Unsere Haustiere reagieren
im Fall einer Atopie mit unterschiedlichen allergischen Reaktionen wie Juckreiz mit
oder ohne Hautveränderungen oder Asthma.
 

Ihr Tierarzt hat bei Ihrem
Tier entweder über einen
Hauttest oder einen Bluttest
eine Allergie nachgewiesen.
Sie wissen nun genau auf
welche Stoffe Ihr Tier
allergisch reagiert. Die
Entscheidung, eine spezifische
Immuntherapie (SIT) als Therapie zu
wählen, steht an.


 Was ist eine spezifische Immuntherapie?


Die SIT ist die schrittweise Herabsetzung
einer allergenspezifischen, IgE-
vermittelten Reaktionsbereitschaft des
Körpers durch regelmäßige, über einen längeren Zeitraum erfolgende subkutane Injektionen des auslösenden Allergens in unterschwelligen, langsam ansteigenden
Konzentrationen.“ Was heißt das konkret?

 

 

 

        

 

      

       Aus den Allergenen, auf welche das Tier im Allergietest positiv reagiert hat, wird speziell für Ihr Tier eine Therapielösung hergestellt (deshalb kommt es auch zu einer Wartezeit von 3-4 Wochen). Durch die subkutane Injektion dieser Allergene in steigender Konzentration wird versucht, eine Toleranz des Körpers gegenüber diesen Allergenen zu erreichen. Das gelingt auch in 70-80% der Fälle.

Anwendung

Grundsätzlich wird eine SIT immer dann empfohlen, wenn die Beschwerden des Tieres länger als vier Monate im Jahr andauern. Zu Beginn der Therapie werden 2 Flaschen unterschiedlicher
Konzentrationen benötigt. Folgende Dinge sind zu beachten:

- Die subkutanen Injektionen werden zu Beginn 1x / Woche verabreicht, später kann man die Intervalle auf 2-4 Wochen ausdehnen.
 
-Diese Intervalle sollten strikt eingehalten werden. Wurde eine Injektion nicht länger als eine Woche vergessen, so kann die Behandlung weitergeführt werden.
 
-Während der ersten Injektion jeder neuen Flasche sollte das Tier für ca. 30-60 Minuten wegen möglicher unerwünschter Reaktionen (die nur sehr selten auftreten) beaufsichtigt werden.
 
-Innerhalb einer Stunde vor und nach der Injektion sollten keine Mahlzeiten verabreicht werden.
 
-Übermäßige Anstrengung (lange Spaziergänge, Herumtollen) sollte in den ersten Stunden nach der Injektion vermieden werden.
 
-Impfungen sollten nicht am selben Tag wie die SIT vorgenommen werden.
 
-Die Injektionsflaschen sind im Kühlschrank aufzubewahren.
 
-   Die Nachbestellung für die Erhaltungstherapie muss frühzeitig erfolgen, um Rückfälle zu vermeiden.

Therapieverlauf

Zu Beginn der Therapie ist oft eine begleitende Behandlung mit anderen Medikamenten erforderlich,
damit z.B. der Juckreiz für das Tier erträglich bleibt. Es sollte jedoch nur so wenig wie möglich mit zusätzlichen Medikamenten gearbeitet werden, denn die Symptome dienen als Verlaufskontrolle des Therapieerfolgs der SIT und somit könnten andere Medikamente den Therapieerfolg der SIT  einschränken.

 Die Injektionen müssen in regelmäßigen Abständen in steigender Dosis verabreicht werden. Bei 70-80% der Fälle führt die SIT zu einem guten Erfolg, es ist zu Beginn jedoch nicht abschätzbar, ob Ihr Tier in jene Gruppe fällt, welche sehr gut oder gut anspricht, oder leider zu der Minderheit gehört, bei welcher mit dieser Therapie wenig oder kein Erfolg erzielt werden kann. Sie sollten jedoch ein wenig Geduld haben:

    

bei einigen Tieren zeigt sich eine Verbesserung schon nach einigen Wochen, endgültig kann die Therapie aber erst nach Monaten eigentlich erst nach einem Jahr) beurteilt werden.

Was tun wenn . . .

... Ihr Tier schlecht auf die Therapie anspricht, bzw. die Symptomatik nach beginnendem Erfolg wieder schlechter wird?

 

         

Konsultieren Sie Ihren Tierarzt es könnte sich um eine zusätzliche Erkrankung handeln. Das kann ein einfacher Flohbefall, eine sekundäre bakterielle Infektion, bis hin zu einer komplett neuen Erkrankung sein. Es könnte jedoch auch nötig sein, das Intervall, die Konzentration oder manchmal auch die Zusammensetzung der SIT zu verändern.

... bei zunehmend höherer Dosierung unmittelbar oder am Tag nach der Injektion die Krankheits-erscheinungen wieder stärker auftreten?
Besprechen Sie das mit Ihrem Tierarzt. Oft muss nur die nächste zu verabreichende Dosis um zwei Stufen reduziert werden. Anschließend kann wieder eine Steigerung versucht werden. Treten bei dieser Dosis unmittelbar nach der Injektion wieder Symptome auf, wird die Dosis erneut um eine Stufe reduziert. Diese, so ermittelte Dosis kann als eine individuell ermittelte Erhaltungsdosis betrachtet werden.
 
...der Juckreiz gegen Ende des Injektionsintervalls wieder auftritt?
Fragen Sie Ihren Tierarzt! Oft braucht lediglich der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Injektionen verkürzt zu werden.
 
...Ihr Tier gut auf die SIT anspricht?

 

    

Sie sollten die Therapie auf keinen Fall abbrechen, sondern über Jahre, möglichst lebenslang, durchführen!

Sie können jedoch die Intervalle der Injektionen verlängern und bei Bedarf wieder verkürzen. Wenn Sie bei gutem Erfolg mit der SIT aufhören, wird es langsam aber sicher wieder zu einem erneuten Aufflackern der Symptomatik kommen, da eine Allergie nicht heilbar ist.

In diesen Fällen muss natürlich wieder komplett von vorne begonnen werden, auch die Allergieaustestung muss von Neuem durchgeführt werden, da sich das Spektrum zwischenzeitlich geändert haben kann.

Wichtig

Der Therapieplan dient als Richtlinie, jedes Tier reagiert jedoch individuell, daher können Anpassungen bei jedem einzelnen Patienten notwendig sein. Beobachten Sie Ihr Tier genau und helfen Sie Ihrem Tierarzt den Therapieplan für Ihr Tier zu adaptieren.

Eine Allergie ist nicht heilbar, jedoch bei einem Großteil der Fälle mit Hilfe der SIT gut kontrollierbar!
Auch bei einem guten Ansprechen auf die Therapie, kann es immer wieder Phasen geben, wo zusätzlich andere Medikamenten verabreicht werden müssen. Mit Hilfe der SIT werden diese Phasen jedoch weit kürzer und seltener auftreten.

 

 

 

 

 

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