Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) beim Pferd 
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| | | | | Bei welchen Erkrankungen ist die spezifische Immuntherapie die geeignetste Therapieform? | | | |  | Beim Sommerekzem, bei allergischen Atemwegserkrankungen oder der sogenannten atopischen Dermatitis. Dabei handelt es sich um Allergien auf Gräser, Baumpollen, Hausstaubmilben, Vorratsmilben, Schimmelpilze, verschiedene Insekten oder Tierhaare bzw. Hautschuppen.
Tiere, die erblich eine Veranlagung zu dieser Erkrankung haben, bilden auf die auslösenden Substanzen Allergene) sogenannte Antikörper der Klasse IgE.
| Die Pferde reagieren im Fall einer oben genannten Allergie mit unterschiedlichen allergischen Reaktionen wie Juckreiz mit oder ohne Hautveränderungen, allergischem Husten oder Nesselausschlägen.
Ihr Tierarzt hat bei Ihrem Tier entweder über einen Hauttest oder einen Bluttest eine Allergie nachgewiesen. Sie wissen nun genau, auf welche Allergene Ihr Tier allergisch reagiert. Die Entscheidung, eine spezifische Immuntherapie (SIT) als Therapie zu wählen, steht an. |  |
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| Was ist eine spezifische Immuntherapie? | | | | „Die SIT ist die schrittweise Herabsetzung einer allergenspezifischen, IgE-vermittelten Reaktionsbereitschaft des Körpers durch regelmäßige, über einen längeren Zeitraum erfolgende subkutane Injektionen des auslösenden Allergens in unterschwelligen, langsam ansteigenden Konzentrationen.“
Was heißt das konkret? Aus den Allergenen, auf welche das Tier im Allergietest positiv reagiert hat, wird speziell für Ihr Tier eine Therapielösung hergestellt (deshalb kommt es auch zu einer Wartezeit von 3 - 4 Wochen). Diese Allergene werden in steigender Konzentration unter die Haut gespritzt (subkutan appliziert). Damit wird versucht, eine Toleranz des Körpers gegenüber diesen Allergenen zu erreichen. Das gelingt bei Pferden mit Juckreiz in ca. 75% und bei Pferden mit Atemwegserkrankungen sogar in 80% der Fälle. Wichtig: Je früher im Krankheitsverlauf mit der Therapie begonnnen wird, umso größer ist die Erfolgschance! | |
| Anwendung | | | |  | | Grundsätzlich wird eine SIT immer dann empfohlen, wenn die Beschwerden des Tieres länger als vier Monate im Jahr andauern. Zu Beginn der Therapie werden 2 Flaschen unterschiedlicher Konzentrationen benötigt. Folgende Dinge sind zu beachten: |
– Die subkutanen Injektionen werden zu Beginn 1x / Woche verabreicht, später kann man die Intervalle auf 2 - 4 Wochen ausdehnen.
– Diese Intervalle sollten strikt eingehalten werden. Wurde eine Injektion nicht länger als eine Woche vergessen, so kann die Behandlung weitergeführt werden.
– Während der ersten Injektion jeder neuen Flasche sollte das Tier für ca. 30 - 60 Minuten wegen möglicher unerwünschter Reaktionen (die nur sehr selten auftreten) beaufsichtigt werden.
– Innerhalb einer Stunde vor und nach der Injektion sollte kein Futter verabreicht werden.
– Übermäßige Anstrengung (Training, Reiten etc.) sollte in den ersten Stunden nach der Injektion vermieden werden.
– Impfungen sollten nicht am selben Tag wie die SIT vorgenommen werden.
– Die Injektionsflaschen sind im Kühlschrank aufzubewahren.
– Die Nachbestellung für die Erhaltungstherapie muss frühzeitig erfolgen, um den Injektionsrhythmus nicht zu unterbrechen und Rückfälle zu vermeiden. | |
| Therapieverlauf | | | | | Zu Beginn der Therapie ist oft eine begleitende Behandlung mit anderen Medikamenten erforderlich, damit z.B. der Juckreiz für das Tier erträglich bleibt. Es sollte jedoch nur so wenig wie möglich mit zusätzlichen Medikamenten gearbeitet werden, denn die Symptome dienen als Verlaufskontrolle des Therapieerfolgs und andere Medikamente können den Therapieerfolg der SIT einschränken. Die Injektionen müssen in regelmäßigen Abständen in zunächst steigender Dosis verabreicht werden. |  | Bei 75 - 80% der Fälle führt die SIT zu einem guten Erfolg, es ist zu Beginn jedoch nicht abschätzbar, ob Ihr Tier in jene Gruppe fällt, welche sehr gut oder gut anspricht, oder leider zu der Minderheit gehört, bei welcher mit dieser Therapie wenig oder kein Erfolg erzielt werden kann. Sie sollten daher ein wenig Geduld haben: bei einigen Tieren zeigt sich eine Verbesserung schon nach einigen Wochen, endgültig kann die Therapie aber erst nach Monaten (eigentlich erst nach einem Jahr) beurteilt werden. | |
| Was tun wenn . . . | | | | ...Ihr Tier schlecht auf die Therapie anspricht, bzw. die Symptomatik nach beginnendem Erfolg wieder schlechter wird?
Konsultieren Sie Ihren Tierarzt es könnte sich um eine zusätzliche Erkrankung handeln. Das kann ein einfacher Befall mit Ektoparasiten sein, aber auch eine sekundäre bakterielle Infektion oder eine komplett neue Erkrankung. Es könnte jedoch auch sein, dass lediglich das Intervall, die Konzentration oder manchmal auch die Zusammensetzung der SIT verändert werden muss. ...bei zunehmend höherer Dosierung unmittelbar oder am Tag nach der Injektion die Krankheitserscheinungen wieder stärker auftreten?
 | Besprechen Sie das mit Ihrem Tierarzt. Oft muss nur die nächste zu verabreichende Dosis reduziert werden. Anschließend kann wieder eine Steigerung versucht werden. Treten bei dieser Dosis unmittelbar nach der Injektion wieder Symptome auf, wird die Dosis erneut reduziert. Diese, so ermittelte Dosis kann als eine individuell ermittelte Erhaltungsdosis betrachtet werden. |
...der Juckreiz gegen Ende des Injektionsintervalls wieder auftritt?
| Fragen Sie Ihren Tierarzt! Oft braucht lediglich der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Injektionen verkürzt zu werden. |
...Ihr Tier gut auf die SIT anspricht?  | Sie sollten die Therapie auf keinen Fall abbrechen, sondern über Jahre, möglichst lebenslang, durchführen!
Sie können jedoch die Intervalle der Injektionen verlängern und bei Bedarf wieder verkürzen. Wenn Sie bei gutem Erfolg mit der SIT aufhören, wird es langsam aber sicher wieder zu einem erneuten Aufflackern der Symptomatik kommen, da eine Allergie nicht heilbar ist. | In diesen Fällen muss natürlich wieder komplett von vorne begonnen werden, auch die Allergieaustestung muss von Neuem durchgeführt werden, da sich das Spektrum zwischenzeitlich geändert haben kann. Außerdem zeigt die Erfahrung, dass nach Therapieabbruch die Erfolgsaussichten bei erneutem Beginn meist nicht mehr so gut sind wie beim ersten Mal. | | | | |
| Wichtig | | | | Der Therapieplan dient als Richtlinie, jedes Tier reagiert jedoch individuell, daher können Anpassungen bei jedem einzelnen Patienten notwendig sein. Beobachten Sie Ihr Tier genau und helfen Sie Ihrem Tierarzt, den Therapieplan auf Ihr Tier zu adaptieren/anzupassen. Eine Allergie ist nicht heilbar, jedoch bei einem Großteil der Fälle mit Hilfe der SIT gut kontrollierbar! Auch bei einem guten Ansprechen auf die Therapie kann es immer wieder Phasen geben, wo zusätzlich andere Medikamenten verabreicht werden müssen. Mit Hilfe der SIT werden diese Phasen jedoch weit kürzer und seltener auftreten. | |
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