Sommerekzem beim Pferd und EQUINE CAST 2000 
| Wann setze ich den EQUINE CAST 2000 ein? | | | |  | Wurde die klinische Diagnose Sommerekzem bei einem Pferd gestellt, können mittels dem EQUINE CAST 2000 die auslösenden Insekten nachgewiesen werden. |
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| Was sind die Vorteile des EQUINE CAST 2000? | | | | Der Test ist saisonunabhängig, d.h. ein symptomfreies Pferd kann auch in der insektenfreien Zeit/Winterzeit getestet werden. Ein frühzeitiges Wissen, welche Insekten verursachend sind, bietet die Möglichkeiten der Allergenvermeidung und/oder den frühzeitigen Einsatz der spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit der Chance, den Therapieerfolg deutlich zu erhöhen. | |
| Wie sieht die typische klinische Symptomatik des Sommerekzems aus? | | | | Die Insektenhypersensitivität, die auch unter den Synonymen „Queensland itch", „sweet itch", Culicoideshypersensitivität oder Sommerekzem bekannt ist, ist eine Typ 1 - und Typ 4 - Hypersensitivität auf die Antigene verschiedener Insekten. Hierbei spielen insbesondere Culicoides spp. eine Rolle, aber auch andere |  |  | Spezies (z.B. Simulium spp., Culex spp., Stomoxys spp., Tabanus spp. o.a.) werden dafür verantwortlich gemacht. Das klinische Erscheinungsbild Juckreiz mit oder ohne krustöse Papeln tritt saisonal auf und kann streng dorsal verteilt sein, mit Beteiligung von Mähne, Kruppe, und Schweifansatz, breitet sich dann aber auf Kopf, Schultern und Thorax aus. | Das ventrale Verteilungsmuster beginnt am ventralen Thorax, Abdomen, Axilla und Leiste („ventral midline"), wobei auch die Beine und der intermandibulare Bereich oft mit betroffen sind. Pferde mit Insektenhypersensitivität entwickeln selten eine Urticaria - und wenn, dann meist die papuläre Form. |  |  |  | | |
| Wie funktioniert der EQUINE CAST 2000? | | | | Der Test ist ein zellulärer in-vitro Antigen-Stimulations-Test. In einem ersten Schritt werden basophile Granulozyten aus dem Vollblut isoliert.
In einem zweiten Schritt werden die Zellen dann im Reagenzglas mit den Allergenen, die für das Sommerekzem hauptverantwortlich sind, in Kontakt gebracht. Wir testen regulär 4 verschiedene Antigene (Culicoides/Gnitze, Simulium/Kriebelmücke, Culex/ Stechmücke und Tabanus/Bremse). Hat das Pferd Sommerekzem oder eine Neigung dazu, reagieren die Blutzellen in-vitro genau so, wie sie auch im Körper des Pferdes reagieren würden: sie bilden Botenstoffe, die dann im Organismus eine allergische Reaktion auslösen würden. Je mehr Botenstoffe dabei gebildet werden, desto stärker würde die allergische Reaktion ausfallen. Zu diesen Botenstoffen gehören unter anderem Histamin und Leukotriene.
In einem dritten Schritt wird daher mit Hilfe eines ELISAs die Menge an gebildeten Leukotrienen (sLT) als Maß der allergischen Reaktion gemessen. Eine vorhergehende Behandlung mit Glucocorticoiden kann den Test - wie jeden Allergietest - verfälschen. |
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| Reaktionsschema | | | |  | |
| Wie gehen Sie vor? | | | | | 1. | Bitte bestellen Sie bei LABOKLIN die speziellen Blutröhrchen für den EQUINE CAST 2000 (ACD-B | | | | | 2. | Nehmen Sie eine Blutprobe (nur in die dafür vorgesehenen Blutröhrchen!; 2 volle Röhrchen 20ml pro Pferd!). Bitte beachten Sie dabei die Markierung fürdie Füllhöhe und halten Sie unbedingt die zeitliche Einschränkung für die Blutabnahme ein (siehe unten)! | | 3. | Senden Sie die Blutprobe bitte noch am selben Tag an unser Labor (mittels Kurier, Abholdienst,...), sodass gewährleistet ist, dass die Probe am nächsten Tag bei uns ankommt/bearbeitet werden kann. | | 4. | Sie erhalten von uns schriftlich innerhalb von 14 Tagen nach Probeneingang den Befund. | | |
| Was ist bei diesem empfindlichen Testverfahren besonderes zu beachten? | | | | Das äußerst empfindliche Testverfahren erfordert eine Aufarbeitung der Blutprobe innerhalb von 24 Stunden. Um das zu gewährleisten: - Senden Sie die Probe unverzüglich, d.h. noch am Tag der Blutabnahme ab.
- Senden Sie uns die Probe auf schnellsten Weg, d.h. so, dass sichegestellt ist, dass die Probe am Folgetag bei uns im Labor vorliegt (Kurier, Abholdienst,...)
- Senden Sie uns die Probe bitte unbedingt nur in der ersten Wochenhälfte (Mo-Mi), damit die Probenanlieferung nicht in das Wochenender fällt.
- Senden Sie bitte 20 ml Blut in beigelegten Röhrchen (ACD-B Vacuette). Wir benötigen
unbedingt 2 volle Röhrchen pro Pferd! Bitte zentrifugieren Sie das Blut nicht!
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| Welche therapeutischen Konsequenzen ergibt das Wissen über die das Sommerekzem auslösenden Insekten?
| | | | Unbestritten ist die beste aller Therapien beim allergischen Geschehen die Allergenvermeidung, was speziell beim Sommerekzem, z.B. durch Ganzkörperdecken, sehr oft erfolgreich erreicht werden kann. Das Wissen um die auslösenden Insekten kann durch Beachtung der besonderen Flugzeiten der jeweiligen Insektenart ebenfalls zu einer drastischen Symptomreduktion führen. Jedoch kann eine erfolgreiche Änderung der Haltungsbedingungen der betroffenen Tiere in den meisten Fällen nicht gewährleistet werden. Als Alternative wird häufig die symptomatische Therapie, zumeist Glucocorticoide mit oder ohne zusätzlicher palliativer Therapie, eingesetzt.

Bei vielen Fällen von allergischen Hauterkrankungen bietet jedoch auch die spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung genannt, eine effektive Behandlungsmöglichkeit. Spezifische Immuntherapie bedeutet die schrittweise Gewöhnung des Organismus an steigende Allergenkonzentrationen, mit dem Ziel allergische Reaktionen zu vermindern.
Die SITgreift daher kausal an den pathophysiologischen Mechanismen der allergischen Erkrankung an. Ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Therapie ist der frühe Einsatz der spezifischen Immuntherapie im Rahmen der Krankheitsgeschichte. Ein späterer Beginn der SIT kann ebenfalls erfolgreich verlaufen, hat jedoch statistisch gesehen geringere Erfolgsaussichten. So zeigten eigene Untersuchungen, dass Pferde, die spätestens 2 Jahre nach dem ersten Auftreten der allergischen Symptomatik mit einer spezifischen Immuntherapie behandelt wurden in 75% der Fälle unter der Behandlung symptomlos bis deutlichen besser wurden. Litten die Tiere bereits seit 3-5 Jahren unter dem Sommerekzem, sank der Erfolg auf 50% und in Fällen, in denen die Krankheitserscheinungen schon über 9 Jahre bestanden, konnte nur noch in 25% der Fälle ein guter Therapieerfolg erzielt werden. Da Allergien nicht heilbar sind, sollte eine spezifische Immuntherapie bei gutem Erfolg über Jahre hinweg bis zu lebenslang verabreicht werden. Eine regelmäßige klinische Kontrolle der Therapie durch den behandelnden Tierarzt ist zu empfehlen, da vereinzelt Anpassungen in Bezug auf Injektionsintervall und/oder Dosis notwendig sein können. | |
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